Corporate Influencer: was der Begriff meint und was ein Programm braucht
Corporate Influencer sind Mitarbeitende, die unter eigenem Namen und vom eigenen Profil aus öffentlich über ihre Arbeit sprechen, in aller Regel auf LinkedIn. Der Beitrag erscheint als Person und nicht als Unternehmensseite. Genau darin liegt die Wirkung, und genau daraus folgen auch alle Schwierigkeiten beim Aufbau eines Programms.
Vorab zur Einordnung: Wir bauen Authira, eine Software für genau solche Programme. Das prägt die Perspektive dieses Textes, und es soll transparent sein, bevor irgendein Produkt vorkommt. Alle Zahlen unten stammen von benannten Dritten und sind verlinkt.
Dieser Leitfaden klärt zuerst den Begriff und grenzt ihn ab. Danach erklärt er die Mechanik auf LinkedIn, geht die fünf Entscheidungen beim Programmaufbau durch und zeigt vier deutsche Programme mit Quelle. Es folgen der B2B-Fall, die typischen Abbruchstellen und die Frage, wann eine Software nötig ist. Am Ende steht, was ein Programm in Euro wert ist.
Was ist ein Corporate Influencer?
Ein Corporate Influencer ist eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, die oder der unter eigenem Namen und vom eigenen Profil aus öffentlich über die eigene Arbeit spricht, in aller Regel auf LinkedIn. Der Beitrag erscheint als Person und nicht als Unternehmensseite. Der Begriff ist im deutschsprachigen Raum entstanden und dort auch geblieben. Die aktuelle deutschsprachige Fachliteratur beschreibt Corporate Influencer als Mitarbeitende, die authentisch als digitale Markenbotschafter ihres Unternehmens agieren (Steigerwald und Durst, Corporate-Influencer-Programme, Springer 2025). Geprägt und in die Praxis getragen hat ihn vor allem Klaus Eck, der zusammen mit Winfried Ebner das Standardwerk „Die neue Macht der Corporate Influencer“ (Redline 2022) geschrieben hat und auf seiner Seite angibt, bislang mehr als 100 solcher Programme entwickelt und begleitet zu haben (klauseck.de).
Die Abgrenzung, die am häufigsten fehlt. Ein Corporate Influencer ist kein Influencer im Sinne des Influencer-Marketings. Dort wird Reichweite eingekauft, die jemand anderem gehört, und die Beziehung endet mit der Kampagne. Hier spricht jemand über die eigene Arbeit, im eigenen Namen, ohne Gegenleistung dafür. Der Unterschied ist nicht kosmetisch: er entscheidet darüber, ob ein Beitrag als Werbung gelesen wird oder als Erfahrung.
Markenbotschafter ist das ältere deutsche Wort für dieselbe Rolle und wird oft synonym verwendet. Es klingt allerdings nach Repräsentation, also danach, dass jemand die Positionen des Unternehmens vertritt. Corporate Influencer trifft die Praxis besser, weil die wirksamen Beiträge fast nie Unternehmenspositionen sind, sondern Arbeitsalltag: eine Entscheidung, ein Fehler, ein Projekt, eine fachliche Einschätzung.
Und die Brücke zum englischen Begriff. International heißt dieselbe Praxis Employee Advocacy. Die beiden Vokabulare laufen nebeneinander, teils sogar in derselben Publikation: Martin Sturmers deutschsprachiges Buch erscheint unter dem Titel „Corporate Influencer“, sein Werkzeugkapitel heißt „Tools für Employee Advocacy“ (Sturmer, Corporate Influencer, Springer Gabler 2020). Wer international recherchiert, sucht ab hier unter Employee Advocacy und findet dieselben Konzepte.
Warum Corporate Influencer auf LinkedIn funktionieren
Corporate Influencer funktionieren auf LinkedIn, weil Personenprofile und Unternehmensseiten im Feed unterschiedlich behandelt werden, und nicht deshalb, weil Menschen anderen Menschen sympathischer wären. LinkedIn selbst beziffert den Unterschied mit der rund doppelten Klickrate für den Beitrag einer Person gegenüber demselben Inhalt von der Unternehmensseite. Die übliche Begründung, Menschen vertrauten Menschen mehr als Marken, stimmt zwar, benennt aber nicht den Mechanismus. Der Mechanismus ist messbar, und die Messung sieht so aus.
Socialinsider veröffentlicht einen LinkedIn-Benchmark aus 1.300.000 Beiträgen von 16.645 Unternehmensseiten, erhoben von Januar 2024 bis Dezember 2025 (Socialinsider, LinkedIn benchmarks). Eine Zelle daraus genügt, um die Größenordnung zu zeigen: Seiten mit 1.000 bis 5.000 Followern kamen bei Beiträgen mit mehreren Bildern im Schnitt auf 490 Impressionen. Das ist ein Format bei einer Seitengröße, also eine Größenordnung und kein Zielwert. Die Größenordnung ist der Punkt: Seiten dieser Größe arbeiten im Bereich einiger hundert Impressionen, bei Followerzahlen im Tausenderbereich.
Auf der Personenseite sieht die Rechnung anders aus. LinkedIns eigener Leitfaden zu Employee Advocacy nennt zwei Verhältnisse: der Beitrag einer Person erzielt rund die doppelte Klickrate desselben Inhalts von der Unternehmensseite, und die Netzwerke der Belegschaft zusammengenommen sind mindestens zehnmal so groß wie die Followerbasis des Unternehmens (LinkedIn, The Official Guide to Employee Advocacy). Klickrate ist nicht Reichweite, und der Faktor zehn beschreibt ein Potenzial und keine erreichte Zahl. Beides zusammen erklärt trotzdem, warum dieselbe Aussage aus zwölf Profilen ein anderes Ergebnis liefert als aus einem Firmenaccount.
Daraus folgt die eigentliche Einsicht, und sie ist unbequem: Wenn die Unternehmensseite flach läuft, ist meist nicht der Inhalt das Problem. Besserer Inhalt auf demselben Absender verhält sich wie der Inhalt davor. Der Absender ist die Stellschraube.
Corporate-Influencer-Programm aufbauen: die fünf Entscheidungen
Ein Corporate-Influencer-Programm entsteht aus fünf Entscheidungen, die vor dem ersten Beitrag fallen und danach schwer zu korrigieren sind. Es sind diese: die Teilnahme freiwillig halten, mit fünf bis acht Personen starten, einen festen Rhythmus setzen, Themen liefern und den Erfolg in Euro messen. Ein Kickoff und eine Guideline sind noch kein Programm.
| Entscheidung | In der Praxis | Warum sie trägt |
|---|---|---|
| Freiwillig, nicht zugewiesen | Teilnahme wird angeboten und nicht eingeplant. Wer nicht will, sagt ab, ohne das begründen zu müssen. | Ein zugewiesenes Programm erzeugt Beiträge, die nach Pflicht klingen, und endet, sobald niemand mehr nachfragt. Alle vier deutschen Programme weiter unten sind ausdrücklich freiwillig aufgesetzt. |
| Klein starten, 5 bis 8 Personen | Eine Gruppe, die sich kennt, aus verschiedenen Bereichen, mit mindestens einer Person aus der Führung. | Bei 40 Personen fällt niemandem auf, wenn 35 aufhören. Bei 6 fällt es sofort auf, und genau diese Sichtbarkeit hält die Gruppe zusammen. |
| Rhythmus, nicht Kampagne | Ein fester Takt, zum Beispiel ein Beitrag pro Person alle zwei Wochen, über mindestens ein Quartal. | Eine Kampagne hat ein Ende und liefert genau bis dorthin. Reichweite auf LinkedIn entsteht aus Wiederholung, nicht aus einem Peak in Woche eins. |
| Ideen liefern, nicht motivieren | Wer das Programm verantwortet, liefert Themen, keine Erinnerungen. Themen aus dem laufenden Geschäft, zugeschnitten auf die Rolle. | Die häufigste Abbruchstelle ist nicht fehlender Wille, sondern das leere Eingabefeld nach einem vollen Arbeitstag. Motivation löst das nicht, ein Thema schon. |
| In Euro messen, nicht in Likes | Reichweite mit einem konservativen CPM in einen Eurobetrag umrechnen und die Annahmen offenlegen. | Likes überstehen kein Budget-Review. Wer nach zwei Quartalen keine Zahl nennen kann, verliert das Programm an die nächste Prioritätenrunde. |
Die erste Entscheidung ist die einzige, die man nicht nachholen kann
Freiwilligkeit klingt nach einer Höflichkeitsformel und ist in Wahrheit die Konstruktionsentscheidung, an der alles hängt. Ein Programm, das als Erwartung eingeführt wird, produziert Beiträge, die nach Erwartung klingen, und es hört auf, sobald die Person aufhört nachzufragen, die es eingeführt hat. Ein Programm, das als Angebot eingeführt wird, startet kleiner und überlebt den Wechsel dieser Person.
Alle vier deutschen Programme, die weiter unten stehen, sind ausdrücklich als Angebot aufgesetzt, und beide laufen seit Jahren. Das ist kein Beweis, aber es ist der gemeinsame Nenner der beiden bestdokumentierten Fälle im deutschsprachigen Raum.
Corporate Influencer: Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum
Vier deutsche Corporate-Influencer-Programme sind mit Quelle und Datum belegt. Die Deutsche Telekom führt seit 2015 rund 300 Botschafter:innen, OTTO seit 2017 rund 200 Personen, die Landeshauptstadt München seit 2023 aktuell 37, und DATEV betreibt sein Botschafter-Programm seit 2019. Alle vier sind freiwillig aufgesetzt, und keines wird über eine Zielvorgabe gesteuert.
Die Liste ist deshalb kurz, weil die meisten Beispielsammlungen zu diesem Thema einander zitieren. Aufgenommen ist nur, was eine Primärquelle oder einen datierten Fachbeitrag mit Autorennamen hat. Sie sind nach Größe geordnet, absteigend, damit die Fälle mit jedem Schritt näher an ein normales Team heranrücken.
Deutsche Telekom, seit 2015
Umfang: rund 300 aktive Botschafter:innen aus über 15 Ländern.
Als Graswurzelbewegung gestartet und nicht als Projekt der Kommunikationsabteilung. Die Teilnehmenden organisieren sich unabhängig von Hierarchie und Abteilung, und in manchen Bereichen dürfen bis zu 20 Prozent der Arbeitszeit dafür verwendet werden.
Quelle: telekom.com, 25. Oktober 2024.
OTTO, seit 2017
Umfang: rund 200 Corporate Influencer, Stand 2020.
Gestartet als freiwilliges Seminarangebot, für das sich innerhalb kurzer Zeit 100 Mitarbeitende meldeten. Das Programm ist ausdrücklich unverbindlich: „Niemand muss. Jeder kann.“
Quelle: PR-Journal, 20. Januar 2020.
Landeshauptstadt München, seit 2023
Umfang: 37 Corporate Influencer, Stand 2024.
Das Programm #WirFürMünchen startete 2023 mit einer Pilotgruppe von 16 Personen, ausgewählt aus mehr als 70 Bewerbungen aus der Belegschaft, und wurde 2024 auf 37 Personen erweitert. Die Teilnahme steht grundsätzlich allen Mitarbeitenden offen. Bemerkenswert ist das Verhältnis: Es bewarben sich mehr als vier Mal so viele Menschen, wie Plätze da waren. Die Annahme, Mitarbeitende müssten zum Posten überredet werden, trifft für die Verwaltung einer Großstadt jedenfalls nicht zu.
Quelle: Treffpunkt Kommune, 20. Mai 2025.
DATEV, seit 2019
Umfang: keine Teilnehmerzahl veröffentlicht.
Das Botschafter-Programm besteht seit Sommer 2019. DATEV formuliert das Prinzip auf der eigenen Seite so deutlich wie kein anderes Unternehmen in dieser Liste: Mitarbeitende nutzen ihre persönlichen Kanäle „freiwillig und unentgeltlich“. Das Unternehmen stellt Coaching und eine interne Community bereit, nennt aber selbst keine Teilnehmerzahl. Kursierende Zahlen stammen aus Anbieterbeiträgen und stehen deshalb hier nicht.
Was sich daraus für kleine Teams ableiten lässt, und was nicht. Ein Konzern mit einer eigenen Kommunikationsabteilung ist keine Blaupause für ein Team von zwölf Personen, und die absoluten Zahlen sind für Sie nicht erreichbar. Zwei Punkte übertragen sich trotzdem. Erstens: alle vier Programme sind freiwillig und keines davon ist über eine Zielvorgabe gesteuert. Zweitens: beide Unternehmen stellen etwas bereit, nämlich Training, Themen und im Fall der Telekom sogar Arbeitszeit. Wo nichts bereitgestellt wird, bleibt die Arbeit an den Teilnehmenden hängen, und dort endet sie dann auch.
Corporate Influencer im B2B: warum die Rechnung hier anders aussieht
Im B2B wirken Corporate Influencer stärker als im Endkundengeschäft, weil die Kaufentscheidung länger dauert und von mehreren Personen getroffen wird. Wer eine Software, eine Beratung oder eine Anlage kauft, prüft über Monate. In dieser Zeit laufen die Gespräche mit Fachleuten. Die Marke selbst kommt darin kaum vor. Genau in diesem Zeitraum entscheidet sich, wessen Namen die Einkaufenden kennen.
Das erklärt auch, warum die Zahlen im B2B kleiner aussehen und trotzdem mehr wert sind. Ein Beitrag mit 700 Impressionen ist im Endkundengeschäft ein Rundungsfehler. Im B2B können darin fünf Personen aus drei Zielunternehmen stecken, und ein einzelner Abschluss trägt den Aufwand eines ganzen Jahres. Reichweite ist hier ein schlechter Indikator, die Zusammensetzung des Publikums ein guter.
Die belastbarste Zahl zur Beteiligung stammt ohnehin aus dem B2B. Tribal Impact hat für seine Verhaltensstudie 2026 ausschließlich B2B-Unternehmen gemessen, 860 Stück aus elf Branchen. Das Ergebnis: 6 bis 7 Prozent der Belegschaft posten in einem durchschnittlichen Monat auf LinkedIn (Tribal Impact, Juli 2026). Das ist damit kein branchenfremder Durchschnitt. Es ist der Erwartungswert für genau diesen Kontext.
Was daraus für die Auswahl der Personen folgt. Nicht die Menschen mit dem größten Netzwerk sind die richtigen, sondern die mit der engsten Nähe zum Fachthema: die Person, die das Produkt baut, die Kundengespräche führt, die den Sonderfall gelöst hat. Im B2B kauft niemand wegen Reichweite. Man kauft, weil jemand erkennbar versteht, wovon er spricht.
Woran Corporate-Influencer-Programme scheitern
Programme dieser Art scheitern selten mit einer Entscheidung. Sie werden leise, und zwar meist in dieser Reihenfolge.
Die Erwartung war von Anfang an falsch kalibriert. Tribal Impact hat für seine Verhaltensstudie 2026 das Posting-Verhalten in 860 B2B-Unternehmen aus elf Branchen monatlich gemessen, von März 2023 bis Juni 2026. Ergebnis: 6 bis 7 Prozent der Belegschaft posten in einem durchschnittlichen Monat auf LinkedIn, nach etwa 10 Prozent Anfang 2023. Alles über 15 Prozent im Monat gilt dort als rund doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt (Tribal Impact, The 2026 Employee Advocacy Behavioural Benchmark Study, Juli 2026). In einem Team von zwölf Personen ist der Durchschnitt damit weniger als eine Person, und selbst die Spitzengruppe liegt unter zwei. Wer mit „die Hälfte macht mit“ plant, hat das Scheitern in den Plan geschrieben.
Die Themen gehen vor der Motivation aus. Die naheliegenden Themen sind nach drei bis vier Wochen verbraucht. Danach steht eine Person nach einem vollen Arbeitstag vor einem leeren Eingabefeld und entscheidet, dass sie diese Woche nichts Berichtenswertes hat. Das stimmt nie und fühlt sich immer so an. An dieser Stelle helfen Erinnerungen nicht, weil das Problem nicht Vergesslichkeit ist.
Niemand sieht ein Ergebnis. Wer vier Beiträge schreibt und nichts zurückbekommt, schließt daraus, dass niemand mitliest. Sichtbare gemeinsame Ergebnisse sind deshalb kein Motivationsspielzeug, sondern die Rückmeldung, die die Einzelperson allein nicht bekommt.
Und am Ende fehlt die Zahl. Nach zwei Quartalen fragt die Geschäftsführung, was das gebracht hat. Wenn die Antwort ein Ordner mit Screenshots ist, verliert das Programm die nächste Prioritätenrunde, und alle sind sich einig, dass es eine nette Idee war.
Der gemeinsame Nenner: keiner dieser vier Punkte ist ein Personalproblem. Es sind Konstruktionsfehler im Programm, und sie sind vor dem Start billiger zu beheben als danach.
Corporate-Influencer-Software: worauf es ankommt
Zuerst die ehrliche Antwort: bei zwei Personen brauchen Sie keine. Zwei Leute, die ohnehin regelmäßig posten, stimmen sich in einer Nachricht ab. Dafür ein Werkzeug zu kaufen, löst ein Problem, das es noch nicht gibt.
Das ändert sich schneller, als die meisten planen. Ab etwa fünf Personen entsteht Arbeit, die vorher unsichtbar war: Themen für jede Person einzeln, Erinnerungen, eingesammelte Screenshots, ein Bericht, den jemand zusammenbaut. Diese Arbeit wächst mit jeder weiteren Person, und sie fällt fast immer bei einer einzigen an.
Der eigentliche Grund für ein Werkzeug ist aber nicht die eingesparte Zeit, sondern die Qualität der ersten Wochen. Ein Programm, das von Anfang an mit Themenvorschlägen, hinterlegten Markenregeln und einer Zahl am Monatsende läuft, ist in Woche drei an einem anderen Punkt als eines, das erst nach dem ersten Einbruch nachrüstet. Der Einbruch selbst ist das Teuerste am ganzen Vorhaben: Wer einmal aufgehört hat zu posten, fängt selten von allein wieder an, und ein zweiter Anlauf vor demselben Publikum kostet deutlich mehr Überzeugung als der erste. Werkzeuge lohnen sich also am meisten dort, wo sie den Einbruch verhindern, und am wenigsten dort, wo sie ihn reparieren sollen.
Bei der Auswahl sind drei Fragen relevant, und keine davon lautet „hat es KI“.
Klingt das Ergebnis nach der Person? Werkzeuge, die allen denselben vorformulierten Text zum Teilen geben, reproduzieren genau das Problem, das die Unternehmensseite schon hat: zwölf identische Beiträge sind zwölfmal derselbe Absender. Was zählt, ist ein Entwurf, unter den die Person ihren Namen setzen würde, ohne ihn vorher umzuschreiben.
Sind die Markenregeln im Entwurf oder in einer Guideline? Eine Richtlinie, die jemand einmal gelesen hat, ist im entscheidenden Moment nicht präsent. Regeln, die beim Schreiben greifen, sind es. Das ist der ganze Unterschied zwischen Compliance als Dokument und Compliance als Funktion.
Kommt am Ende eine Zahl heraus, die intern trägt? Impressionen und Likes reichen für ein internes Update. Für eine Budgetentscheidung braucht es einen Eurobetrag mit offengelegten Annahmen.
Und das, was Werkzeuge in dieser Kategorie oft nicht können. Um bei unserem eigenen Produkt konkret zu bleiben: Authira hat keinen Freigabe-Workflow und keine Einsicht der Administration in fremde Entwürfe, es veröffentlicht nicht automatisch und plant keine Beiträge, es hat keine Anbindung an die LinkedIn-Schnittstelle, und die Auswertung entsteht aus dem Analytics-Export, den jede Person selbst hochlädt. Wenn in Ihrem Haus jeder Beitrag vor der Veröffentlichung freigegeben werden muss, ist das ein Ausschlusskriterium, und das sollten Sie vor einer Evaluation wissen und nicht danach.
Was ein Programm in Euro wert ist
Die belastbarste Rechnung für ein internes Gespräch ist der Earned Media Value: Was hätte dieselbe Reichweite gekostet, wenn Sie sie als Werbung eingekauft hätten? Die Formel ist simpel, die Ehrlichkeit steckt in den Annahmen.
Impressionen geteilt durch tausend, multipliziert mit einem Tausenderkontaktpreis. Wir rechnen mit € 34 für B2B-Reichweite auf LinkedIn, was am unteren Rand der veröffentlichten Spannen liegt. Ein Beispiel: sechs Beiträge pro Person und Monat, im Schnitt 700 Impressionen je Beitrag, bei fünf Personen ergibt 21.000 Impressionen im Monat und damit rund € 714 Earned Media Value.
Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Zahl dazu, sonst hält sie der ersten kritischen Rückfrage nicht stand. Erstens ist sie eine Äquivalenz und kein Umsatz: Sie sagt, was die Reichweite gekostet hätte, nicht was sie eingebracht hat. Zweitens hängt sie vollständig am angesetzten CPM, weshalb dieser immer mit ausgewiesen gehört. Wer die Zahl ohne Annahmen präsentiert, verliert sie bei der ersten Nachfrage.
Den Rechner dazu und die vollständigen Preise finden Sie auf der Preisseite.
Häufige Fragen zu Corporate Influencern
Was ist ein Corporate Influencer?
Ein Corporate Influencer ist eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, die oder der unter eigenem Namen und vom eigenen Profil aus öffentlich über die eigene Arbeit spricht, meist auf LinkedIn. Der Beitrag erscheint als Person, nicht als Unternehmensseite, und genau darin liegt die Wirkung. Die deutschsprachige Fachliteratur beschreibt Corporate Influencer als Mitarbeitende, die authentisch als digitale Markenbotschafter ihres Unternehmens auftreten.
Was ist der Unterschied zwischen Corporate Influencer und Employee Advocacy?
Beide beschreiben dieselbe Praxis, sie stammen nur aus unterschiedlichen Sprachräumen. Corporate Influencer ist der im deutschsprachigen Raum etablierte Begriff und beschreibt eher die Person. Employee Advocacy ist der internationale Fachbegriff und beschreibt eher das Programm. In der deutschsprachigen Fachliteratur laufen beide Begriffe nebeneinander, teils sogar im selben Buch.
Was ist der Unterschied zwischen Corporate Influencer und Markenbotschafter?
Markenbotschafter ist das ältere deutsche Wort für dieselbe Rolle und wird häufig synonym verwendet. Der Unterschied liegt im Beiklang. Markenbotschafter klingt nach Repräsentation, also danach, dass jemand die Positionen des Unternehmens nach außen vertritt. Corporate Influencer trifft die gelebte Praxis besser, weil die wirksamen Beiträge fast nie Unternehmenspositionen sind, sondern Arbeitsalltag: eine Entscheidung, ein Fehler, ein Projekt, eine fachliche Einschätzung. In der deutschsprachigen Fachliteratur laufen beide Begriffe nebeneinander, teils in derselben Publikation.
Mit wie vielen Personen sollte ein Programm starten?
Fünf bis acht Personen sind ein guter Anfang, und mehr ist am Anfang meist schlechter. In einer kleinen Gruppe fällt sofort auf, wenn jemand aufhört, und diese Sichtbarkeit ist der Mechanismus, der die Gruppe zusammenhält. In einer großen Gruppe verschwindet der Ausstieg im Rauschen. Wichtiger als die Zahl ist, dass alle freiwillig dabei sind.
Wie viele Mitarbeitende posten realistisch mit?
Deutlich weniger, als die meisten Programmpläne annehmen. Tribal Impact hat für seine Verhaltensstudie 2026 das Posting-Verhalten in 860 B2B-Unternehmen monatlich gemessen und kommt auf 6 bis 7 Prozent der Belegschaft, die in einem durchschnittlichen Monat auf LinkedIn posten, nach etwa 10 Prozent Anfang 2023. Alles über 15 Prozent im Monat gilt dort als rund doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt. In einem Team von zwölf Personen ist der Durchschnitt damit weniger als eine Person. Zählen Sie deshalb aktive Personen und keine Prozentzahl.
Was kostet ein Corporate-Influencer-Programm?
Der größte Posten ist Arbeitszeit, nicht Software. Wer ein Programm ohne Werkzeug betreibt, wendet erfahrungsgemäß mehrere Stunden pro Woche für Themenvorschläge, Nachfragen und Reporting auf, und diese Stunden fallen bei einer Person an. Softwarepreise in dieser Kategorie sind häufig nicht veröffentlicht und an eine Demo gebunden. Authira kostet € 299 pro Monat für 5 Personen. Die dritte Möglichkeit ist, das Schreiben auszulagern. Veröffentlichte Paketpreise deutscher LinkedIn-Ghostwriting-Anbieter beginnen bei € 230 im Monat für zwei Beiträge und reichen bis über € 1.200 für zwei bis vier Beiträge. Beides gilt je Person, zuzüglich einmaliger Einrichtung von 800 € bis 3.500 €. Das ist eine andere Leistung: dort schreibt jemand für Sie, hier schreiben Ihre Leute selbst. Für eine einzelne Person kann das günstigste Paket unter dem Authira-Preis liegen, ab zwei Personen dreht sich die Rechnung.
Braucht ein Corporate-Influencer-Programm eine Software?
Bei zwei Personen nicht. Zwei Leute, die ohnehin posten, stimmen sich in einer Nachricht ab. Ab etwa fünf Personen entsteht Arbeit, die vorher unsichtbar war: Themen für jede Person einzeln, Erinnerungen, eingesammelte Screenshots, ein Bericht. Diese Arbeit wächst mit jeder weiteren Person und fällt fast immer bei einer einzigen an. Der stärkere Grund ist aber nicht die eingesparte Zeit, sondern die Qualität der ersten Wochen: Ein Programm, das von Beginn an mit Themenvorschlägen, hinterlegten Markenregeln und einer Zahl am Monatsende läuft, erreicht Woche zwölf deutlich häufiger als eines, das erst nach dem ersten Einbruch nachrüstet. Was Authira ausdrücklich nicht kann, gehört zur Entscheidung dazu: es gibt keinen Freigabe-Workflow, kein automatisches Veröffentlichen, keine Anbindung an die LinkedIn-Schnittstelle und keine Einsicht der Administration in fremde Entwürfe. Die Auswertung entsteht aus dem Analytics-Export, den jede Person selbst hochlädt. Zu beachten ist außerdem, dass der auf dieser Seite zitierte LinkedIn-Leitfaden von LinkedIn selbst stammt und LinkedIn Reichweite auf LinkedIn verkauft.
Wie misst man den Erfolg eines Corporate-Influencer-Programms?
Mit drei Zahlen, in dieser Reihenfolge. Erstens die Anzahl aktiver Personen pro Monat, weil ein Programm zuerst an der Beteiligung stirbt und nicht an der Reichweite. Zweitens die Impressionen der Beiträge, addiert über alle Teilnehmenden. Drittens der daraus abgeleitete Earned Media Value in Euro, also der Betrag, den dieselbe Reichweite als bezahlte Werbung gekostet hätte. Der dritte Wert ist eine Schätzung und nur so gut wie der zugrunde gelegte CPM, deshalb gehört der CPM immer mit ausgewiesen.
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